Grobschnitt Acoustic Party live am 19.09.2019 in Bonn

Nach den beiden Warm-Up-Konzerten Ende Juni in Hagen-Hohemlimburg macht die Grobschnitt Acoustic Party (das Trio besteht aus Lupo, Willi Wildschwein und Nuki Danielak) am Donnerstag, den 19.09.19 Station in der HARMONIE in BONN. Beginn ist um 19:00 Uhr. Der Saal in der Harmonie ist bei diesem Konzert bestuhlt! Bonn und Grobschnitt verbindet eine wirklich lange Tradition. Es begann alles Mitte der 70er Jahre im „Underground“ in Bonn-Muffendorf. 1979 dann das legendäre Konzert auf der Bundesgartenschau. Nicht zu vergessen die vielen Konzerte in Bad Breisig, Troisdorf, St. Augustin und vor 10 Jahren mit der Next Party im Brückenforum. Lupo, Willi und Nuki freuen sich riesig darauf, das Konzert gemeinsam mit den Fans zu feiern. Also bis bald in Bonn und Wabedidada!!!!!

https://www.harmonie-bonn.de/all…/grobschnitt-akustik-party/

Eloy Fritsch – Journey To The Future

Groove Unlimited (2019)

(12 Stücke, 67:07 Minuten Spielzeit)

Eloy Fritsch ist ein aus Brasilien stammender Elektronikmusiker. Sein im Sommer 2019 erschienenes Album „Journey To The Future“ ist mein erster Kontakt zu diesem südamerikanischen Künstler. Das Dutzend Stücke ist in der Zeit zwischen November 2015 und September 2018 entstanden und wurde in Eloy’s Privatstudio aufgenommen und gemischt.

Die Musik auf diesem musikalischen Zukunftstrip ist unter anderem an den Stil von Vangelis angelehnt. Das eröffnende „A Place Beyond The Clouds“ zeigt schon einige Klangfarben, die Vangelis auch bei Produktionen wie „Chariots Of Fire“ verwandt hat. Hymnisch mit teils etwas süßlichen Harmonien sowie einige eingestreute Effekte, die den futuristischen Charakter unterstützen, finden sich schon in diesem ersten Stück.

Symphonische Stimmung mit einer Spur Bombast kommt dann in „Eternal“ auf. Auch hier scheint Eloy Fritsch sein Vorbild Vangelis nicht verleugnen zu wollen. Das hat was von Soundtrack-Musik. Auf den weiteren Tracks wie zum Beispiel „Mermaid Island“ geht es dann ebenfalls sehr melodisch weiter.

Im Stück „Who Wants To Be Machine?“ schielt dann ein anderer großer europäischer Elektronikmusiker um die Ecke. Dieses Mal hat Eloy Fritsch Klänge, Effekte und Melodielinien eingebaut, die deutlich auf Jean-Michel Jarre verweisen. Eloy hat zudem einen Text über einen Vocoder eingesungen, der im vierseitigen Booklet abgedruckt ist. Ein knackiger, rhythmischer Titel der Spaß macht.

Etwas aus dem Rahmen fällt dann auch noch „Dance Of The Spheres“, das eine asiatische Note trägt und leicht jazzig wirkt. Vor allem wenn Eloy sein Solo spielt. Ein weiteres Stück das stilistisch aus dem Rahmen fällt ist „Electric Brain“, das mit dem Sound des Pico 4 Labolior Synthesizer erzeugt wurde. Hier geht Eloy experimentelle Wege, denn der Track wirkt ein wenig konfus. Mit dem New Age angehauchten Titel „Forest Guardian“ endet dann das Album.

Der brasilianische Elektronikmusiker Eloy Fritsch hat sich auf seinem neuen Album stark vom großen griechischen Musiker Vangelis inspirieren lassen. Die sehr melodischen Stücke atmen ein ums andere Mal dessen Spirit.

Stephan Schelle, Juli 2019

Johan Tronestam – Cosmic Drama

Groove Unlimited (2019)

(8 Stücke, 77:49 Minuten Spielzeit)

Johan Tronestam ist ein Elektronikmusiker aus Schweden. Schon seit einigen Jahren veröffentlicht, der früher in verschiedenen Musikgruppen tätige Musiker, Soloalben. Die elektronische Musik ist dabei geprägt von Künstlern wie Vangelis, JM Jarre, Mike Oldfield, Tangerine Dream, Tim Blake, Neuronium, Kraftwerk, Klaus Schulze und ähnlichen Künstlern. Darüber hinaus gehören auch Rockbands wie Pink Floyd und Yes zu seinen Inspirationsquellen. Nachdem mehrere Alben beim deutschen Label SynGate Records erschienen sind, hat er im niederländischen Label Groove Unlimited eine neue Heimat gefunden.

Sein aktuelles Werk nennt sich „Cosmic Drama” und umfasst acht Stücke mit Laufzeiten von 7:24 bis 16 Minuten Spielzeit. Das Album hat Johann dem britischen theoretischen Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking gewidmet.

Auch wenn auf dem Cover ein Dirigent zu sehen ist, so beinhaltet die CD „Cosmic Drama” keine symphonische Elektronikmusik. Vielmehr hat Johan auf dem Album Stücke mit hymnischem Charakter und spacigen Sounds vermengt. Und das macht er wie gewohnt in einer äußerst ansprechenden Form.

Den Opener macht das 7:38minütige „Interstellar Space”, das mit herrlicher Percussion beginnt, zu der sich dann Synthieharmonien gesellen. Das klingt zunächst sehr organisch und versprüht etwas Worldmusic. Doch nach nicht einmal einer Minute zeigt sich die Musik von ihrer spacigen Seite mit herrlichem Rhythmus. Das wird dann um Synthiechöre und rhythmischen Synthies, ähnlich denen von Robert Schroeder ergänzt. Schnell ist man von diesem Flair gefangen, das darüber hinaus soundtrackartige Formen annimmt.

„Perspectives On Infinity” ist der zweite, 9:31minütige Track. Mit schönen Stereoeffekten, bei denen die elektronischen Sounds von einer zur anderen Seite fliegen, legt Johan hier zu Beginn los. Dann kommen Flächen auf, die den Hörer wieder in die Weite des Alls transportieren. Nach anderthalb Minuten legt Johan dann Gänsehaut treibende Harmonien darauf, die erneut ein spaciges Flair verbreiten. Nach weiteren anderthalb Minuten startet dann der Sequenzer um einen sanften Rhythmus vorzugeben. Der Track steigert sich immer weiter, in dem Johan neue Klangfarben und Harmonien bzw. eine Melodielinie hinzufügt. Jetzt schwenkt die Musik in Richtung „Berliner Schule” á la Klaus Schulze.

Diese zwei Beispiele zeigen, in welche Richtung das neue Album von Johan Tronestam weist, denn die weiteren Stücke besitzen das gleiche Flair. So weist „Orion” einen herrlichen Rhythmus auf und zeigt Klangfarben, die man auch von Klaus Schulze kennt. Johan spielt diese Tracks aber in seinem ganz eigenen Stil ohne zu kopieren. Vielmehr macht er sich die Stilistiken zu Eigen und interpretiert sie neu. „The Philosophical Trigger“ wartet dagegen mit einem treibenden Rhythmus auf und weist ein wenig in die Eindhovener Richtung, während „Further Away” streckenweise Klangfarben enthält, die an Pink Floyd der „Wish You Where Here”-Phase andocken. Synthetisch erzeugte Gitarrensounds sorgen dann in „Interstellar Meeting With W” für ein besonderes Flair, das wiederum an Klaus Schulze erinnert. Nach dem Sequenzer orientierten „Perpetuity” endet die CD dann mit dem 16minütigen Longtrack „Hubble’s Universe”, das durch die hymnischen, spacigen Sounds wie für einen Science Fiction-Soundtrack gemacht ist. Auch in diesem Track kommen Passagen auf, die an Pink Floyd erinnern.

Auch mit seinem neuesten Werk „Cosmic Drama” liefert der schwedische Elektronikmusiker Johan Tronestam wieder ein hervorragendes Album ab. Sehr spacige Stücke hat er für das Werk zusammengetragen. Insgesamt eine sehr stimmiges Album, das ein ums andere Mal im Fahrwasser der „Berliner Schule” unterwegs ist, aber trotzdem sehr eigenständig wirkt. Auch sind einige Sounds herauszuhören, die an „Wish You Where Here” von Pink Floyd erinnern.

Stephan Schelle, Juli 2019